Neue Spannungen zwischen Iran und USA

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Spannungen zwischen Iran und USA

WB&K Iran Consulting“ hat einen sehr interessanten Beitrag über die neue Spannungen zwischen Iran und USA und mit welchen Konsequenzen deutsche Firmen rechnen müssen.

Was war das für eine Euphorie: Der Iran, wieder zurück im Schoss der globalen Business Community. Keine Angst vor „der“ Atombombe mehr. Abbau der Sanktionen und Normalisierung der politischen Verhältnisse des Irans zur EU und den USA. Ein gemäßigtes Regime, das die Türen Irans für internationalen Investoren öffnen möchte, einhergehend mit einer hohen Nachfrage an moderner (europäischer) Technologie. Der Iran wähnte sich auf dem Weg, einer der wichtigsten künftigen Wirtschaftspartner z.B. für Deutschland in Vorderasien zu werden. Das Interesse der deutschen Unternehmerschaft war entsprechend riesengroß und alte Business Connection lebten wieder auf. Das war 2015.

Die Realität sieht anders aus

Doch heute sieht die Realität anders aus. Zwei Gründe sind dafür maßgeblich:

Zum einen waren die erforderlichen Strukturen und Prozesse (vor allem im Bereich Finanzen / Banksektor) noch gar nicht ausreichend entwickelt, um direkte Geschäftsprozesse begleiten zu können. Versuchte man als Unternehmer von seiner Hausbank zu erfahren, wie man denn nun, nach dem Wegfall der Sanktionen, wieder Zahlungen aus dem Iran empfangen oder dorthin vornehmen könne, stieß man lediglich auf hilfloses Schulterzucken. Und so wurde genau der (eher nebensächliche) Aspekt der Zahlungsvorgänge zu einem der hinderlichsten Engpässe der neuen Iran-Euphorie.

Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA in 2016 hat die Annäherung der USA und Iran (hoffentlich nur) vorrübergehend gestoppt, zumindest aber verlangsamt. Die USA haben den Druck auf den Iran mit neuen Sanktionen gestärkt und auch der Kongress hat zusätzliche Sanktionen beschlossen. Das Schicksal des Atomabkommens ist nach wie vor ungewiss und schwebt wie ein Damoklesschwert über das junge Pflänzchen der wirtschaftlichen Öffnung in Richtung Westen.

Hierdurch ist es in nachvollziehbarer Weise zu einer Unsicherheit in der deutschen Unternehmerschaft gekommen. Gilt das ausgehandelte Atomabkommen noch? Wenn ja, muss damit jederzeit gerechnet werden, dass es von den USA oder dem Iran aufgekündigt wird? Gefährde ich eventuell mein USA-Geschäft durch mein (erneutes) Engagement in den Iran? Werde ich – wie es bei den früheren Sanktionen ja bereits schon einmal war – bald wieder mit der Forderung der USA konfrontiert sein, keinerlei Geschäftsbeziehungen in den Iran zu unterhalten oder ansonsten von dem amerikanischen Markt ausgeschlossen zu werden?

Risikominimierung durch Transparenz

Was ist aus unserer Sicht nun zu tun? Risikominimierung durch Transparenz.„So sollte man bei der Auswahl der lokalen Geschäftspartner, sei es als Kunde, Agent bzw. Distributor oder sogar Joint Venture Partner besonders genau prüfen, mit wem man es zu tun hat“, so Volker Klosowski, Geschäftsführer WB&K. „Wir gehen davon aus, dass die Dokumentationspflichten, die ein Unternehmen zu erbringen hat, um zu beweisen, dass man mit den von den Sanktionen betroffenen Personengruppen im Iran nichts zu tun hat, auf Anforderung der USA sich faktisch weiter erhöhen werden“. Eine risikobasierte Geschäftspartnerprüfung umfasst also nicht mehr nur die Frage nach der wirtschaftlichen Attraktivität eines Partners, sondern muss auch auf die Frage nach entsprechenden Bezugsgruppen und entsprechenden Sperrklauseln der USA ausgeweitet werden.

Deswegen sind entsprechende „Compliance Screenings“ der potenziellen Partner im Iran mit Fokus auf den sensiblen Themenbereich USA-IRAN durchzuführen. Dabei sind Recherchen vor Ort erforderlich, da aus „dem fernen Deutschland“ die inner-iranischen Beziehungen nur selten oder gar nicht ermittelt werden können.

Auch wenn zurzeit noch nicht abgesehen werden kann, ob und welcher Form weitergehende Sanktionen wieder zum Tragen kommen, schadet es sicherlich nicht, durch den Aufbau einer entsprechenden Dokumentation darauf vorbereitet zu sein, in kürzester Zeit für Transparenz gegenüber den Behörden sorgen zu können. Je besser man darlegen kann, mit wem man es zu tun hat und mit welchen Maßnahmen man zu dieser Einschätzung gelang, desto geringer wird das Risiko etwaiger Nachteile ausfallen.

Das Original „Neue Spannungen zwischen Iran und USA“  können Sie hier lesen.